Die renommierte und international anerkannte Erziehungswissenschaftlerin und Autorin Frau Prof. Dr. Renate Zimmer hält auch in diesem Jahr wieder einem Vortrag in der Fachschule für Sozialpädagogik .

Am Mittwoch, den 22. Januar 2020 werden sechs Klassen angehender Erzieher*innen sowie die Lehrkräfte der FSP in den Genuss kommen, Frau Prof. Zimmer von 11.00 bis 13.00 Uhr live zu erleben mit dem Thema: „Über den Körper die eigenen Stärken erkennen“.

Frau Prof. Zimmer war Professorin für Sport- und Bewegungswissenschaft an der Universität Osnabrück mit dem Schwerpunkt „Frühe Kindheit“, war von 2007 bis 2018 Direktorin des Niedersächsischen Instituts für Frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) und ist Gründerin der Initiative „Bewegte Kindheit“. Viele Fachkräfte der Region haben sie auf jährlichen Kongressen zur bewegten Kindheit in Osnabrück erlebt und allen ist sie bekannt als Verfasserin von BaSiK, der begleitenden alltagsintegrierten Sprachentwicklungsbeobachtung in Kindertageseinrichtungen in NRW.


Mehr als 150 erfolgreich ausgebildete Heilerziehungspfleger*innen, zahlreiche Projekte, z. B. in den Kategorien Musik, Kultur, Politik und Psychomotorik, jährliche Exkursionen ins In- und Ausland, Fachmessebesuche, Vortragsveranstaltungen, Beiratstreffen und vieles mehr – mit dieser positiven Bilanz schaut die Fachschule für Heilerziehungspflege am Georg-Kerschensteiner-Berufskolleg in Troisdorf zurück auf die ersten zehn Jahre ihres Bestehens.

„Noch ohne offizielle Zulassung aber mit der sicheren Gewissheit, junge Menschen in einem verantwortungsvollen und zukunftsorientierten Beruf ausbilden zu können, ist  der Bildungsgang nach den Sommerferien 2009 unter Leitung von Frau Barbara Lehnard mit der ersten Klasse gestartet. Am 9.11.09 erfolgte dann auch die Genehmigung durch die Bezirksregierung“, so Romana Abram, Bereichsleiterin für die Fachschule am Georg-Kerschensteiner- Berufskolleg. „Seitdem engagiert sich ein motiviertes Lehrerteam nicht nur auf Augenhöhe mit den Studierenden für eine qualifizierte fachtheoretische und fachpraktische Ausbildung. Wir haben es auch geschafft, in kurzer Zeit ein großes Netzwerk innerhalb der Region aufzubauen. So arbeiten wir sehr eng mit zahlreichen Trägern der Sozialverbände und Einrichtungen sowie Dachverbänden zusammen, um eine möglichst praxisorientierte Ausbildung und zeitnahe Anpassung an die sich ständig ändernden Bedürfnisse der Berufswelt zu gewährleisten. Hierbei freut es uns besonders, dass uns in zahlreichen Einrichtungen der Praxis mittlerweile ehemalige Absolventen unserer Fachschule bei der Ausbildung mit hoher Fachlichkeit kompetent unterstützen“ berichtet die Bereichsleiterin weiter mit berechtigtem Stolz.

Doch das Berufsbild des Heilerziehungspflegers bzw. der Heilerziehungspflegerin ist vielen Menschen immer noch kein Begriff. Es handelt sich bei ihnen um sozialpädagogisch, heilpädagogisch und pflegerisch ausgebildete Fachkräfte, die sich für die Assistenz, Beratung, Begleitung, Pflege und Bildung von Menschen mit Behinderung in allen Altersstufen im ambulanten, stationären oder aber auch im selbständigen unternehmerischen Bereich einsetzen. Im Mittelpunkt ihres Handelns steht der Mensch mit Unterstützungsbedarf, mit seiner individuellen und unverwechselbaren Persönlichkeit sowie seiner Würde, seinem Recht auf Selbstbestimmung und auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Die Ausbildung zum/zur Heilerziehungspfleger*in dauert drei Jahre, davon werden die Studierenden zwei Jahre vollzeitschulisch in den Schwerpunkten Gesundheit und Pflege sowie Heilerziehungspflege in Theorie und Praxis ausgebildet, begleitet von 16 Wochen Praktikum in unterschiedlichen Einrichtungen der Behindertenhilfe. Ein anschließendes Anerkennungsjahr in der Praxis vervollständigt die Ausbildung. Informationen über Aufnahmevoraussetzungen, Verlauf und Finanzierungsmöglichkeiten der Ausbildung erhalten Sie über die Homepage des Berufskollegs, bei Claudia Schneider, Bildungsgangleiterin an der Fachschule (c.schneider@bk-troisdorf.de) oder aber an unserem Informationsabend am 14.Januar 2020 um 18 Uhr sowie am Informations- und Beratungstag, der am 01. Februar in der Zeit von 8.30-13.00 Uhr stattfindet.


Die Tierschutz AG, die bereits seit Jahren von Sandra Bischoff geleitet wird, hat auch in diesem Jahr durch den Kuchenverkauf an unserem Tag der offenen Tür „Berufe Live“ im November 2019, zahlreiche Spenden sammeln können. Mit diesen Spenden konnten wieder zahlreiche Wünsche für „große und kleine Fellnasen „des Tierheim Troisdorfs erfüllt werden. Das Tierheim bedankte sich nun im Namen ihrer „schutzbefohlenen Freunde“ mit einem Anschreiben bei der AG.


Anlässlich des 250. Geburtstags von Ludwig van Beethoven hat das LVR-Landesmuseum Bonn, zusammen mit vier internationalen Museen, einer Ballettschule und dem Beethoven Orchester Bonn, eine interaktive Sonderausstellung rund ums Thema Musik erschaffen. Zwischen dem 21.11.2019 und dem 13.09.2020 kann man die Ausstellung im LVR-Landesmuseum Bonn besuchen. Danach wird die Ausstellung als Botschafter des Jubiläumsjahres in vielen anderen Städten Europas zu finden sein.

Die Ober- und Unterstufen der Fachschule für Sozialpädagogik besuchten mit Frau Schoberth-Begemann diese Ausstellung am 17. und 18.12.2019.

Die Klassen wurden von drei Museumspädagoginnen in Gruppen aufgeteilt und erhielten zuerst eine fachgerechte, pädagogische Führung für Erzieher*innen durch die Ausstellung. Anschließend konnten sich die Studierenden frei in den Räumlichkeiten bewegen, da die Ausstellungsräume ausschließlich für unsere Klassen reserviert waren.

In der Ausstellung befanden sich verschiedene Stationen, bei denen man neben vielen schriftlichen Informationen auch selbst etwas ausprobieren und tätig werden konnte. Beispielsweise gab es einen Raum in dem ein Video zu einem ausgesuchten Lied gedreht werden konnte. Ein weiteres Angebot, genannt „Carpool Karaoke“, gab den Besuchern die Möglichkeit sich in einen echten Smart zu setzen, ein Lied auszuwählen und dabei mitzusingen. Bei einer weiteren Station hat das Beethoven Orchester Bonn den zweiten Satz der 9. Symphonie von Beethoven eingespielt, wobei an verschiedenen Instrumenten im Orchester ein besonderes Mikrophon aufgestellt wurden. Die Studierenden konnten sich nun einen virtuellen Orchesterplatz aussuchen und erleben, was die Musiker während der Vorstellung hören. In einer weiteren Station erfuhren sie mit Hilfe eines Globus wie die Musik in verschiedenen Ländern klingt. Es gab auch die Möglichkeit ein eigenes Lied zu komponieren oder zur Musik in einem „Battle“ zu tanzen. In eine sogenannte „Silent Disco“ konnte man sich Kopfhörer aufsetzen und sich zu wählbarer Musik frei bewegen. Die angehenden Erzieher*innen hatten auch die Möglichkeit vielen ernsthaften Fragen nachzugehen. Zum  Beispiel wurde erklärt wie unterschiedliche Gehirnregionen auf verschiedene Arten von Musik reagieren oder wie Menschen mit Hörbeeinträchtigungen Musik erleben. Insgesamt konnten etwa 30 Stationen von den Studierenden betrachtet und ausprobiert werden.

Die Ausstellung bot durch ein breites Spektrum von Angeboten und Mitmachmöglichkeiten, viel Neues über das Thema Musik zu erfahren. In einer abschließenden Reflexion stellten die Museumspädagoginnen noch einmal den Bezug zur Erzieher*innenausbildung her. Dabei wurde den Studierenden erklärt, wie sie die Ausstellung so vorbereiten und begleiten können, dass sie für Kinder interessant und altersgerecht nutzbar ist.


Die Oberstufe der Fachschule für Sozialpädagogik hatte die Gelegenheit, die Bonner Bühnen hautnah zu erleben. Vorbereitet hat sie dazu .

Im Rahmen des Moduls „Studiums Generale“ hatte ein kleines Teams von Studierenden des integrierten Studiums Sozialpädagogik & Management die Aufgabe eine passende Oper des Spielplans auszusuchen und die eigene Klasse mittels einer Präsentation und eines Workshops auf den Opernbesuch vorzubereiten, um dann gemeinsam die Oper zu besuchen.

Die Klasse SP18B entschied sich in diesem Zusammenhang für den Musicalklassiker „West Side Story“ von Leonard Bernstein. Die Studierenden zeigten sich beeindruckt von den Kostümen der Darsteller und den Kulissen, die sogar zwei fahrende U-Bahnen auf der Bühne zeigten. In rasantem Tempo wurde im Jazz- und Latinstil der 50er Jahre getanzt und gesungen. Inhaltlich und musikalisch zeigte das Bonner Ensemble eine großartige Leistung. Auf den besten Plätzen der Abendvorstellung war diese Aufführung für alle Studierenden ein wunderbares Erlebnis.

Nur eine Woche später besuchte die SP18D die Oper „Madama Butterfly“. Durch die Theaterpädagogin, Frau Bartmer, erhielt die Klasse direkt vor dem Opernbesuch die Chance die Räumlichkeiten und die Bühne der Oper zu besichtigen. Dabei wurde ein Einblick in die unterschiedlichen Berufssparten, wie Techniker, Bühnenmaler, Maske und Musiker der Oper aufgezeigt und vermittelt. Die anschließende Opernvorstellung war für die Studierenden, die teilweise zum ersten Mal eine Oper besuchten, spektakulär und berührend. Da die Klasse auf die ungewohnte Musik und die Handlung gut vorbereitet war, konnte die Aufführung selbst zu einem Genuss für Augen und Ohren werden.

Die Auseinandersetzung mit den kulturellen Inhalten einer Oper oder eines Musicals zeigte in der Reflexion Möglichkeiten auf, wie auch im späteren Beruf der Studierenden solche Angebote nutzbar sein können. Das Modul „Studium Generale“ ist ein erfolgreicher Baustein im Rahmen der Ausbildung unserer Studierenden der Fachschule für Sozialpädagogik.

E.Schoberth-Begemann


Die Berufspraktikant*innen im Anerkennungsjahr der Fachschule für Heilerziehungspflege verbrachten am 29.November einen ganztägigen Thementag zum Snoezelen im Zentrum De Hartenberg in den Niederlanden.

Snoezelen ist ein Konzept, welches u.a. Einsatz in der Betreuung von Menschen mit Behinderungen findet und der Verbesserung der Wahrnehmung zugleich der Entspannung dient. Zur Ausstattung eines Snoezelen-Raumes gehören unterschiedliche Lichtquellen und Projektoren, die verschiedenartige visuelle Effekte erzeugen wie Wassersäulen oder Projektoren sowie bequeme Sitz und Liegelandschaften. Bilder zum Träumen kommen in Verbindung mit ausgewählter Entspannungsmusik zum Einsatz. Die Anregung der Wahrnehmung über Töne, die Vibrationen erzeugen und den Körper zum Schwingen bringen, Tast- und Fühlelemente und das klassische „Bällchenbad“, wie es inzwischen auch im Bereich der Arbeit mit Kindern zu finden ist, vervollständigen das Konzept.

Das Besondere an dieser Veranstaltung und dem Ort war, dass es sich dabei um die Wiege des Snoezelen handelt. Im Zentrum De Hartenberg wurde in den 70er Jahre das Snoezelen entwickelt und hat sich seither in mehr als 35 Jahre weltweit verbreitet.

Unser Dozent, Ad Verheul, ist einer der Mitbegründer und Entwickler des Snoezelen und hat uns kenntnisreich und sehr anschaulich über die Geschichte und die Entwicklung des Snoezelen informiert. Im Anschluss daran durften wir uns in den Snoezelen-Räumen selbst ausprobieren und Erfahrung mit den verschiedenen Elementen des Snoezelen sammeln.

Weiterhin hatten wir eine Führung durch das Zentrum De Hartenberg, welches zu der Organisation `s Heeren Loo Nederland gehört und mit Unterstützung von ca. 1000 Mitarbeitern zurzeit 850 Menschen mit einer Behinderung in einen Umkreis von ca. 50 km betreut. Das Zentrum liegt in einem weitläufigen Kiefernwald, in dem auch die Anlage mit dem 400 m² großen Snoezelenzentrumliegt. Sehr interessant war es neue und unterschiedliche Betreuungskonzepten im stationären und ambulanten Wohnen kennenzulernen, die sich von unseren deutschen Betreuungssystemen teilweise deutliche unterscheiden.

K.Rinne-Ruscher


Am Donnerstag, den 28.11. besuchte die GYG18, im Zuge ihres Erdkunde-Differenzierungskurses, in Begleitung von Frau Nohe-van-Well, Frau Geisinger und Herrn Fahr, zwei der zahlreichen Veranstaltungen der „Public Climate School“ an der Universität Köln.

Es handelt sich hierbei um ein Projekt der SSF (Students for Future), welches vom 25.11. bis zum 29.11.19 stattfand. Öffentliche Vorlesungen, Diskussionen und Workshops zu Themen rund ums Klima und die Erderwärmung wurden dabei kostenlos angeboten. So wollten wissenschaftliche Institute die Bedeutung und Ernsthaftigkeit dieses Themas betonen.

Höhepunkt der Woche bildete die große Studentendemonstration am Freitag, dem 29.11., auf dem Hohenzollernring. Das Projekt der Public Climate School wurde zeitgleich an Hochschulen und Universitäten in Berlin, Münster, Hannover und vielen weiteren Städten veranstaltet.

Die Präsentation zu den „Auswirkungen des Klimawandels auf Gesundheit und Gesundheitssysteme“ der wissenschaftlichen Angestellten Maria-Inti  Metzendorf und Jaqueline Hildebrandt von der Universitätsklinik Düsseldorf basierte auf einer interaktiven Website, des New England Journal of Medicine. Verschiedene Krankheiten, die durch die Erderwärmung begünstigt werden, wurden dabei aufgezeigt. Dazu gehören zum Beispiel Infektionen, die von Stechmücken übertragen werden, da sich deren Lebensraum immer weiter nördlich ausbreitet.

„Das Ende der Menschheit- Klimawandel und Artenterben in der kosmischen Perspektive“ – ein Vortrag von Dr. Volker Ossenkopf-Okada – schockierte viele der Schüler. Er zeigte verschiedene Szenarien auf, wie das Leben auf dem blauen Planeten für uns ein Ende nehmen kann. Das bestmögliche Szenario, welches also am weitesten entfernt ist, wäre die Verschluckung der Erde durch die Sonne. In nächster Zukunft wird jedoch wahrscheinlich der Mensch verantwortlich für seinen eigenen Untergang sein. In 30 bis 10^3 Jahren stünde uns demnach das menschengemachte Massensterben bevor. Diese Aussage traf den Hörsaal tief, doch unterstrich sie die Bedeutung des ganzen Projektes nur umso mehr.

S. Eich GYG18


Am 22.11.2019 besuchten die Studierenden der Teil- und Vollzeitklassen der Fachschule für Technik zusammen mit ihren Lehrkräften Frau Röpke und Frau Fuhrmann-Niesen die Ford-Werke in Köln-Niehl. Dieser Besuch findet jährlich im Rahmen des Unterrichtsfaches „Betriebliches Management“ statt und dient dazu, den Studierenden einen genauen Einblick in die Serienfertigung eines Fahrzeuges zu geben und aufzuzeigen, welche Arbeits-, Produktions- und Planungsschritte zur Auslieferung eines fertigen Autos führen.

Nach der freundlichen Begrüßung durch den Leiter des Besucherzentrums startete die Fahrt im betriebseigenen Besucherzug an Tor 3. Von dort aus fuhren die Studierenden zuerst zum Gedenkstein Henry Fords, der sich direkt am Rheinufer und gegenüber von der denkmalgeschützten Halle A befindet, in der die Produktion des Ford A-Modells im Jahre 1931 nach der Eröffnung des Werks begann. Henry Ford hatte zuvor 1925 ein Werk in Berlin eröffnet, woraufhin sich sechs Jahre später die Möglichkeit ergab, an den Standort Köln zu ziehen. Unterstützt durch den damaligen Bürgermeister Kölns, Konrad Adenauer, und aufgrund der sehr guten Verkehrsanbindung direkt am Rhein, siedelte man in das heutige 2,4 Quadratkilometer große Werk, in dem nach aktuellen Stand etwa 16.000 Beschäftigte für die Fertigstellung und Auslieferung des Ford Fiesta verantwortlich sind. Dieses Modell wird als einziges und nur „on demand“, also nach Kundenauftrag, im Kölner Werk gefertigt.

Die Fahrt entlang des Rheinufers führte die angehenden Techniker*innen in die Fertigungshalle, in der die Bleche, die als Halbzeuge zum Unternehmen geliefert werden, durch Pressen und Schweißen weiterverarbeitet werden. Die Bleche von lediglich 0,7 Millimetern Dicke werden entweder auf einer der drei Dreiachspressen mit jeweils 3000 Tonnen Pressdruck oder in den Presslinien, in denen mehrere kleinere Pressen gemäß dem Fließprinzip angeordnet sind, verarbeitet. Die dabei entstehenden Blechreste werden zentral gesammelt, abtransportiert und beim Zulieferer wieder eingeschmolzen, sodass sie wiederverwendet werden können. Während der Fahrt durch das Presswerk fiel den Studierenden auf, wie stark die Produktion automatisiert ist. Nur an wenigen Stationen sieht man noch Mitarbeiter, denn alleine in der Fertigung werden über 1000 Roboter eingesetzt, um Bleche einzulegen, zu entnehmen, zu verschweißen und sonstige Prozesse durchzuführen. Durch den Einsatz von Robotern kann die Produktion zum einen enorm beschleunigt werden, zum anderen dient er aber auch dem Schutz der Mitarbeiter, die nicht mehr der enormen Geräuschkulisse und möglichen Verletzungen durch die kraftvollen Pressen ausgesetzt sind.

Nachdem die Bleche in die geforderte Form gepresst wurden, werden diese auf zwei parallel ablaufenden Fertigungsstraßen durch Schweißen und Verschrauben weiterverarbeitet. Auf diesen werden sowohl Drei- als auch Fünftürer hergestellt, sodass sich die Fertigungsstraßen nicht in der Art des Modells unterscheiden, sondern lediglich zur Beschleunigung der Produktion dienen. Die perfekt aufeinander abgestimmte Serienproduktion ist auch durch ein durchgeplantes Transportsystem geprägt, das auf der rechten und linken Seite sowie über dem Besucherzug die halbfertigen Karosserien von Station zu Station transportiert. Der starke Geruch von Schutzgasen begleitete die Studierenden auf der gesamten Fahrt entlang dieser Fertigungsstraßen, auf denen die Roboter, die durch die leicht durchsichtigen Schweißerschutzvorhänge eher an Tänzer erinnern, die Bleche mit eleganten Bewegungen auf kleinstem Raum so positionieren, dass sie zuerst durch Heftpunkte miteinander verbunden werden. Am Ende der Fertigungsstraße werden die Heftpunkte zu einer perfekten Schweißnaht verbunden, die anschließend durch eine Ultraschallprüfung auf eventuelle Einschlüsse geprüft wird. Ist sowohl diese Prüfung als auch die optische Maßhaltigkeitsprüfung in Ordnung, wird die Rohkarosserie in die nächste Halle transportiert.

An jedem Haupteingang einer Produktionshalle wird man von einem Zitat oder Graffiti begrüßt, sodass die Techniker*innen beim Schriftzug „Jetzt wird’s bunt“ genau wussten, dass sie sich nur in der Nähe der Lackiererei befinden konnten. Dort wird die Karosserie vorbehandelt, mit einem Primer grundiert, mit dem vom Kunden gewählten Farblack versehen und anschließend mit Klarlack versiegelt. Leider ist die Lackiererei für Besucher nicht zugänglich, sodass man die Lackierroboter nur aus der Ferne erahnen konnte.

Die nächste und letzte Station des Besucherzugs war die Endmontage des Fiestas, in den alle Teile vom Motor bis hin zur vom Kunden zusammengestellten Innenausstattung montiert werden. Dazu werden die Türen der mittlerweile lackierten Karosserie entfernt und in ein Zwischenlager transportiert, damit die Mitarbeiter ergonomischer arbeiten können, ohne dass sie ständig um die Türen herumlaufen müssen oder sich quetschen könnten. Die Türen werden nach der Montage aller Teile und vor der abschließenden Qualitätskontrolle an genau dasselbe Fahrzeug montiert, um eventuelle Lackabweichungen auszuschließen. Die gesamte Endmontage ist von einem von Henry Ford 1913 eingeführten Prinzip geprägt, der Fließbandfertigung. Das Fahrzeug ist dabei ständig auf einem Fließband in Bewegung, an dem die Mitarbeiterteams oder Roboter an den jeweiligen Stationen auf die Durchführung ihres zugewiesenen Schrittes warten. Dabei wird zum Beispiel der Einbau der Scheinwerfer, der Dichtungen oder der gesamten Innenausstattung von menschlichem Personal, die „Hochzeit“, also der Einbau des Motors, des Getriebes und der Auspuffanlage in die Karosserie, noch automatisiert durch Roboter ausgeführt. Die Arbeit am Fließband lief entgegen der Erwartungen der Studierenden zwar getaktet, aber nicht gehetzt ab und war vor allem von sehr guter vorausgegangener Planung geprägt. Die einzelnen Arbeitsplätze sind sehr ergonomisch gestaltet, sodass die Mitarbeiter*innen keine langen Wege zurücklegen müssen. Außerdem werden ihnen bei unvorteilhaften Arbeiten, wie z.B. der Montage des Armaturenbretts, Arbeitshilfen wie der patentierte „Happy Seat“ zu Verfügung gestellt, mit dem die Mitarbeiter*innen sitzend in das Fahrzeug gehoben werden und der mit gleicher Geschwindigkeit wie das Fließband mitläuft. Zudem können sie entsprechend dem Konzept „just-in-time“ neues Material vom zentralen Marktplatz anfordern, damit nur dann die Rohstoffe zur Verfügung stehen, wenn sie wirklich benötigt werden. Zusätzlich erfolgt die Auslieferung „just-in-sequence“, also vorsortiert und in der richtigen Reihenfolge. Aufgrund dieser außergewöhnlich gut strukturierten Materialwirtschaft und Logistik wurden die Ford-Werke mit dem Lean Production Excellence Award ausgezeichnet.

Nach dem Einfüllen aller nötigen Flüssigkeiten wie Wischwasser, Bremsflüssigkeit oder Kraftstoff wird das Fahrzeug vom Transportgestell befreit und das erste Mal aus eigener Kraft durch eine*n Mitarbeiter*in zur Qualitätskontrolle bewegt. Dort werden zuerst alle Spaltmaße kontrolliert sowie eine Sichtprüfung des Fahrzeugs vorgenommen. Danach wird es in eine hell ausgeleuchtete Straße gefahren, die einer Waschstraße ähnelt, in der zuerst mögliche Lackschäden analysiert werden und der Fiesta dann durch Regen- und Windsimulation auf seine Dichtigkeit geprüft wird.

Bevor die Werksführung endete, wurden die Studierenden zum Schauplatz der letzten Prüfung gefahren, dem Fahrzeugtest des fertig produzierten Fiestas. Dieser wird mitten auf dem Parkplatz auf einer eigens dafür angelegten Teststrecke durchgeführt, auf dem alle Fiestas nach ihrer 13,5-stündigen Herstellung vom Blechrohteil zum fertigen Fahrzeug auf ihre Auslieferung zum Kunden warten.

Wir möchten uns im Namen aller Studierenden der anwesenden Teil- und Vollzeitklassen herzlich bei den Ford-Werken und bei unseren Lehrkräften Frau Röpke und Frau Fuhrmann-Niesen bedanken, die uns diese informative und lehrreiche Führung ermöglichten.

Sabrina Dax und Rabea Peter (MT18)


An diesem Wochenende schließt das GKB den Kooperationsvertrag mit dem Weltverband der deutschen Auslandsschulen in Berlin. Neben unserer Schulleiterin U. Heine sind auch die Leiterin der Fachschule für Sozialpädagogik J. Schöneberg sowie die EU- Beauftragte der Fachschule für Sozialpädagogik U. Prinz an der Vertragsunterzeichnung beteiligt.

„In der Kooperation mit dem WDA sehen wir eine einmalige Chance für unsere Studierenden, in ein internationales Umfeld einzutauchen, den individuellen und beruflichen Horizont zu erweitern, sich mit ihren bereits erworbenen beruflichen Kenntnissen und Fähigkeiten in den Kita-Alltag einzubringen und wertvolle neue internationale Kontakte zu knüpfen“, so U. Prinz.

„Um Weltwissen bei Kindern ständig zu erweitern und um Akzeptanz und Wertschätzung für Vielfältigkeit aufzubauen, sollten angehende Erzieher*innen selbst Grenzen überwinden, die Welt erkunden und sich Neuem öffnen – auch und gerade im beruflichen Kontext. Dazu möchten wir sie gern motivieren und dafür zählen wir auf Praktikumsplätze in Kitas der deutschen Auslandsschulen!“ betont J. Schöneberg, die Leiterin der Fachschule für Sozialpädagogik.

Gerade in multikulturellen Gesellschaften benötigt ein globales Bildungsnetzwerk persönliche interkulturelle Kontakte und Erfahrungen ergänzt unsere Schulleiterin U. Heine. „Erzieher*innen können dadurch ihre berufliche, persönliche und interkulturelle Kompetenz im internationalen Handlungsfeld aktiv erweitern und so die nachfolgenden Generationen auf die Herausforderungen der globalisierten Welt vorbereiten, so U. Heine.


Anlässlich des Tages der offenen Tür „Berufe live“ am 23.11.2019 präsentierte sich das EU-Team, bestehend aus Sarah McNelis, Sadife Akca-Yücesoy und Ursula Prinz, mit einem eigenen Stand im Foyer des Hauptgebäudes. Der Stand stieß bei Schüler*innen und Gästen auf reges Interesse.

So erfuhren die Besucher, dass derzeit unter der Leitung von Frau Mc Nelis und Frau Sumanovic mit Schüler*innen der Bildungsgänge Berufliches Gymnasium Gesundheit und Internationale Förderklassen ein länderübergreifendes Projekt „Prejudice Conscience II – Healthy and Responsible Online Behaviour“ mit Partnern aus Bulgarien und der Türkei durchgeführt wird.  Hier stehen neben der Arbeit am gemeinsamen Thema auch gegenseitige Besuche auf dem Programm stehen.

Des Weiteren werden von Frau Akca-Yücesoy und Frau Prinz im Rahmen der Erasmus+ Progamme geförderte berufliche Auslandsaufenthalte von Schüler*innen aus den Bereichen industrielle Metallberufe, Zweijährige Berufsfachschule Metalltechnik, Fachschule für Sozialpädagogik und Berufliches Gymnasium Erzieher*innen organisiert und begleitet.

Neben den genannten Aktivitäten stehen derzeit weitere Kooperationen und Kontaktanbahnungen, z.B. mit Schulen aus Spanien und Portugal, in den Startlöchern.

Wer jetzt ebenfalls Lust auf die Teilnahme an einem EU-Projekt oder einen Auslandsaufenthalt bekommen hat, sollte sich entweder direkt oder über die Klassenleitung an eine der Kolleginnen aus dem EU-Team wenden – wir freuen uns über jede Anfrage!

Das EU-Team