Ausbildungsgang: Zahntechniker/in
Seit dem Schuljahr 1995 /1996 werden die Auszubildenden des Zahntechnikerhandwerks in Sieglar unterrichtet. Die neue Ausbildungs ordnung schließt sowohl moderne Technologien als auch neue berufliche Qualifikationen zu veränderten Qualitäts- und Umweltanforderungen ein.
Wie in allen modernen neugeordneten Berufsausbildungen werden alle beruflichen Qualifikationen in der Ausbildung unter Einbeziehung des Planens, Durchführens und Kontrollierens vermittelt, welches gerade vor dem Hintergrund des geltenden Medizinproduktgesetzes eine besondere Bedeutung gewinnt. Danach besteht auch in der Zahntechnik die Pflicht, die Herstellung sowie die Verfahrens- und Endkontrolle zahntechnischer Produkte zu dokumentieren.
Der Zahntechnikerberuf umfasst einen sehr umfangreichen Aufgabenbereich, denn es werden überwiegend keine vorgefertigten Teile verwendet. Aus Grundstoffen werden überwiegend in Handarbeit feinmechanische Werkstücke hergestellt, die von den Zahnärzten als Körperersatzteile in den Organismus integriert werden.
Die handwerkliche Technik erfordert aufgrund der geforderten exakten Formgebung und Präzision hohes technisches Verständnis und eine sehr ausgeprägte Geschicklichkeit.
Diese Forderungen bedingen einen Berufsschulunterricht, der theoretische Kenntnisse der Werkstoffe und Materialien mit praktischer Handlungskompetenz verbindet. Die Trennung von Theorie und Praxis soll weitgehend aufgehoben sein. Die klassischen Fächer wie Anatomie, Prothetik oder Werkstoffkunde haben ausgedient. Die berufsrelevanten Inhalte werden nicht mehr isoliert vermittelt, sondern in Form eines fächerübergreifenden Ansatzes, der alle Aspekte einer beruflichen Handlung beinhaltet. So waren früher, wenn es z.B. um die Herstellung einer Krone ging, vier verschiedene Fächer an der Vermittlung der relevanten Inhalte beteiligt. Im ungünstigsten Falle wurden diese Fächer auch von unterschiedlichen Lehrern in unterschiedlichen Klassenstufen unterrichtet. Die berufliche Praxis fordert aber von den Schülerinnen und Schülern die Kompetenz, eine Krone anforderungsgerecht zu gestalten, wobei eine starke Verknüpfung der einzelnen Handlungsbereiche stattfindet. Diese komplexe Aufgabenstellung der beruflichen Praxis findet sich in den Lernfeldern der neuen Lehrpläne wieder. Dabei ordnen sich die Fächer einer Lernaufgabe unter, in der alle Aspekte eines beruflichen Handlungsfeldes thematisiert werden.
Im Schulabor können alle Arbeitstechniken des Berufes durchgeführt werden. Bei der Konzeption des Labors wurde versucht, für die Schülerinnen und Schüler eine Arbeitsumgebung zu erstellen, die es ihnen ermöglicht fachkompetentes Handeln in Arbeitsprozessen zu erlernen.
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